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(c) 1999

 

"Du hast keine Freunde und sitzt den ganzen Tag nur am Computer oder in deinem Zimmer! Findest du das ehrlich toll? Ich weiss nicht, was du willst!"
Wütend schrie ihre Mutter sie an. Sie fühlte es wieder. Die inneren Schmerzen. Innere Stiche, bei jedem Wort ein weiterer Stich. Sie wusste, es war die Wahrheit. Sie hatte keine Freunde. Sie hatte niemanden. "Ich weiss schon, was ich mache!" sagte sie und rannte in ihr Zimmer. Lange sass sie auf ihrem Bett, hielt ihren Teddy im Arm. Wieder diese Leere. Diese verdammte Leere, gegen die man absolut nichts machen konnte. Nichts. Doch...
Traurig sah sie aus dem Fenster. Sah ihre Heimatstadt. Hinten den Turm neben ihrer ehemaligen Grundschule. Sah Bäume, Häuser. Immer dasselbe Bild. Sie hasste es. Das Wetter war kalt, grau und trostlos. "Passt ja zu mir" dachte sie. Wieder hatte sie dieses Gefühl.
Es war eine Mischung aus Hass, Wut, Traurigkeit und Leere. Sie kann es nicht ertragen. Ihren Kopf an das Fenster gelehnt spürte sie eine kleine, leichte Träne ihre Wangen hinunterlaufen. "Wie konnte es nur so weit kommen? Wie? Und wieso ich?" Sie dachte nach... Meine Kindheit war schrecklich. Nur meine Schwester bekam alles, was sie wollte. Ich war doch immer bloss das Kind, um das man sich keine Sorgen machen brauchte. Ich war die Große, die das schon irgendwie schafft. Ich riss Witze, war immer schlagfertig.
Ein kleines, glückliches Mädchen. Doch schon als kleine Mädchen wusste ich, dass das nicht so stimmte. Ich sehnte mich nach Vertrauen, Liebe, Geborgenheit. Und vor allem Aufmerksamkeit. Warum meine Schwester, und nicht ich? Ich habe alles falsch gemacht und sie macht es dafür doppelt so gut. Das ist unfair. Ich weiss, ich bin sensibel. Ich weiss, man kann mich sehr sehr schnell verletzen. Ich weiss, meine Schwester verletzt mich mit ihrer Ignoranz. Für sie bin ich... ein Mädchen, das zufällig ihre Schwester ist. Ich weiß, mein Vater verletzt mich. Für ihn bin ich ein Mädchen, dass manchmal frech ist, aber irgendwie schon alles macht.
Er verletzt mich, indem er dinge tut, die ich nicht will. Doch es kümmert ihn nicht. Ich weiss, meine Mutter verletzt mich. Für sie bin ich nur die Grosse, Hauptsache ich bin gut in der Schule. Sie verletzt mich, indem sie meiner Schwester vor meinen Augen immer etwas gutes tut. Ich hasse meine Familie. Sie sehen weg, wenn ich Probleme habe. Sie sehen weg, wenn es mir schlecht geht.
Sie meinen, dass was sie wissen ist genug um mein Leben zu bestimmen. Um mich zu Dingen zu zwingen, die ich nicht möchte. Doch sie kennen mich nicht. Sie kennen mich kein Stück. Meine "Freunde" auch nicht. Alle wenden sich von mir ab, wenn es mir schlecht geht, sind regelrecht sauer. Was mache ich denn falsch?
Ihr Gesicht war tränenüberströmt. Sie stand auf und machte Musik an. Es dröhnte in ihren Ohren, sie hörte den Sänger rumbrüllen und schreien. Diese aggressive Musik liebte sie, es passte zu ihr. Schnell setzte sie sich an ihren Schreibtisch. Suchte ihr Cuttermesser. Sie fühlte das Plastik. "tu es nicht" hörte sie eine Stimme. Doch ihre inneren Schmerzen hielt sie nicht mehr aus. Langsam krempelte sie ihren Ärmel hoch. Sah ihren Arm an. Voller kleiner, rosafarbenen Narben. Einige frischen waren noch dunkelrot und sie kratzte wütend die Kruste ab. Es tat ihr kaum weh. Sie setzte an, dachte nicht mehr nach, und zog. Ein langer weisser Strich auf ihrer Haut. Sie sah, wie die Haut sich aufspaltete und langsam das Blut heraustrat. Eine Träne fiel auf die Wunde. Sie schrie innere Schreie. Sie wollte nicht mehr. Sie konnte nicht mehr. Mit einem Tuch wischte sie das Blut ab. Wischte sich die Tränen ab. Wartete einen Augenblick... Sie zog ihren Ärmel wieder herunter, spürte eine Wärme aufsteigen, ging aus ihrem Zimmer und fragte ihre Mutter, was es zu essen gibt.




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